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Geschichte

das umfeld

Im Jahre 1778 hinterlässt Jeanne-Marie Sandoz-Gendre, geborene Bersot, ihrer Tochter, Marie-Henriette, ihren Landbesitz Les Monts, oberhalb von Le Locle. Marie-Henriette ist die Gattin von Samuel DuBois (1739-1820), Offizier, Kleinuhrenmacher und vereidigter Prüfer der Bürgerschaft von Valangin. Zwischen 1780 und 1790 lässt er auf dem Gut seiner Gattin ein Herrschaftshaus errichten das er im Verlaufe der Zeit vergrössert. Man vermutet, dass der von DuBois gewählte Architekt Gabriel DeLaGrange, ein Einwohner von Lausanne von burgundischer Herkunft ist. Rasch geben die Einheimischen diesem schönen Patrizierhaus im Stil Ludwig XVI. den Namen “Château des Monts”. Im Jahre 1820 übergibt Samuel seinen Besitz den Grosskindern, Frédéric-William und Julie-Françoise. Gemäss der Notariatsurkunde besteht das Landgut aus « Wiesen, Felder und Weiden, Garten, Zisterne, Keller und Tränke, drei Häuser die sich darauf befinden und ein Gebäude für die Wäsche… ».

Frédéric-William DuBois (1811-1869), talentierter Uhrmacher, Experte in Präzisionsuhren, ist auch ein Mann mit fortschrittlichen Ideen. Sozialist mit Tendenz von Fourier, leitet er eine Phalanstère-Gemeinschaft und signiert einen Teil seiner Uhrenproduktion mit dem Namen “Association ouvrière”.

Die Familie Dubois bleibt bis zum Jahr 1912 Besitzer des Château des Monts und das Gutshaus wird dann von Georges Ducommun, dem Gründer der Uhrenmarke Doxa, erworben. Er nimmt an den Gebäuden einige Änderungen vor, indem er vor allem das Bauernhaus und die dazugehörigen Gebäude abbrechen lässt. Er lässt ebenfalls den Park im englischen Stil anlegen. Seither hat sich das Schloss wenig verändert. Seine Inneneinrichtung ist die gleiche wie im Anfang des 20. Jahrhunderts und ist somit ein wertvoller Zeuge eines Domizils der grossen bürgerlichen Familien der Neuenburger Berge. Das Gut geht anschliessend an die Tochter von Georges Ducommun über, Hélène, Gattin von Jacques Nardin (1892-1950), Mitglied der Familie der Chronometermacher von Le Locle. Im Jahre 1954 wünscht Hélène Nardin, Witwe geworden, das Gut zu verkaufen das von der Stadt Le Locle erworben wird, um darin das historische Museum und das Uhrenmuseum einzurichten.

 

das museum

Das Uhrenmuseum von Le Locle entstammt einem Kuriositätenkabinett, welches 1849 gegründet wurde. Diese erste Institution hatte zum Ziel, alle historischen, archäologischen, natürlichen und mechanischen Kuriositäten der Region zu gruppieren. Im Jahre 1858 werden ihre Sammlungen in die ganz neue industrielle Schule überführt – Vorgänger unserer heutigen Sekundarschule. Das Museum besteht damals aus einer ansehnlichen Sammlung von Naturhistorik, mit Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Insekten… ebenfalls Antiquitäten, Waffen und vor allem Münzen. Die Kunst ist nicht anwesend. Seltsamerweise ist die Uhrmacherkunst nur vereinzelt vertreten. In der damaligen Epoche ist das Museum dem Publikum nur an einem Tag pro Jahr zugänglich und zwar am Tag des Schulabgangs.

Im Jahre 1868 wird die Uhrmacherschule von Le Locle eröffnet. Zu einem pädagogischen Ziel werden die uhrmacherischen Sammlungen des Museums von Le Locle in die neue Schule überführt.
Von da an folgt das Uhrenmuseum den Peregrinationen der Schule. Nach einer Aufschwungsperiode dank der Umwandlung im Jahre 1902 der Uhrmacherschule in ein Technikum, fällt es in ein staubiges Vergessen zurück. Am Anfang des Zweiten Weltkrieges werden die Sammlungen vorsichtshalber in Kisten verstaut. Am Ende des Weltkriegs erlaubt es der Platzmangel nicht, die Objekte neu zu installieren.

Erst im Jahre 1951 bildet sich eine kleine Gruppe mit dem Ziel, das Museum wiederum aufzubauen. Sie steht jedoch vor einem entscheidenden Problem : einen adäquaten Platz finden, um die Sammlungen ausstellen zu können. Der Erwerb des Châteaus des Monts entspricht somit allen diesen Hoffnungen. In diesem prachtvollen Rahmen kann das Uhrenmuseum neu aufleben und sich mit neuen Sammlungen bereichern.

Die Einweihung des Uhrenmuseums von Le Locle erfolgt am 23. Mai 1959 im Château des Monts.